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Was Moringablätter tatsächlich für die Augen enthalten – Lutein, Zeaxanthin, Beta-Carotin und Vitamin A –, wie viel von jedem, und eine ehrliche Einordnung des Forschungsstands.
Moringa oleifera, ein nährstoffreiches Blattgrün, gilt seit Jahrhunderten im Ayurveda als Superfood. Es ist tatsächlich reich an den Carotinoiden, denen die Augenforschung Aufmerksamkeit schenkt – Beta-Carotin, Lutein und Zeaxanthin –, weshalb Moringa in Gesprächen über das Sehvermögen so häufig auftaucht. Was folgt, ist eine nüchterne Darstellung dessen, was im Blatt steckt und was diese Nährstoffe in einem normal funktionierenden Auge tun. Es ist kein Behandlungsplan. Wenn sich Ihr Sehvermögen verändert hat, sind eine Optikerin oder ein Augenarzt die richtige Anlaufstelle, nicht ein Teeunternehmen.
Was ist Moringa?
Die Moringa-Pflanze stammt ursprünglich aus Südasien, wo ihre Blätter, Schoten und Samen seit Generationen als Nahrungsmittel gegessen werden. Sie ist ein Vollwertlebensmittel, das von Natur aus reich an Vitaminen, Mineralstoffen und essenziellen Aminosäuren ist. Praktisch jeder Teil der Moringa-Pflanze – ihre Schoten, Samen und Blätter – ist essbar und voller Nährstoffe. Eine kleine Portion dieses nährstoffreichen Superfoods enthält siebenmal mehr Vitamin C als eine Orange, siebzehnmal mehr Kalzium als Milch, neunmal mehr Protein als Joghurt und fünfundzwanzigmal mehr Eisen als Spinat. Drei dieser Nährstoffe reichert der Körper im Auge selbst an: Beta-Carotin, Lutein und Zeaxanthin.
Was enthält Moringa tatsächlich für die Augengesundheit?
Drei Nährstoffe im Moringablatt haben eine gut beschriebene Rolle beim normalen Sehen. Hier steht, was jeder einzelne ist, wie viel davon in Moringa steckt und was ehrlicherweise darüber bekannt ist.
Beta-Carotin, Lutein und Zeaxanthin
Moringa ist reich an Beta-Carotin (einer Vorstufe von Vitamin A), Zeaxanthin und Lutein – drei Carotinoiden, die im Zusammenhang mit dem Auge ausführlich untersucht worden sind. Beta-Carotin ist das orangerote Pigment, das der Körper nach Bedarf in Vitamin A umwandelt – deshalb taucht eine carotinoidreiche Ernährung in ganz gewöhnlichen Ernährungsempfehlungen auf. Bei Lutein und Zeaxanthin ist es anders: Statt umgewandelt oder anderswo gespeichert zu werden, lagert der Körper sie in der Makula und in der Linse ein. Forschende haben Moringa auch in Tiermodellen des Grauen Stars untersucht – eine Studie aus dem Jahr 2010 an Rattenjungen, veröffentlicht im Journal of Ocular Pharmacology and Therapeutics, wird dabei üblicherweise zitiert. Das ist frühe Tierforschung, und sie sagt nichts darüber aus, was eine Tasse Tee im menschlichen Auge bewirkt. Wir stellen sie nicht als mehr dar, als sie ist.
Vitamin A und die Oberfläche des Auges
Vitamin A hat von den dreien die klarste und am wenigsten umstrittene Rolle. Es ist ein Bestandteil von Rhodopsin, dem Pigment in der Netzhaut, das auf Licht reagiert, und es trägt dazu bei, die Hornhaut – die klare Oberfläche an der Vorderseite des Auges – feucht zu halten. Vitamin A trägt zur Erhaltung normaler Sehkraft bei, einschließlich des Sehens bei schwachem Licht. Beta-Carotin ist ein Provitamin-A-Carotinoid, also ein Nährstoff, den der Körper in Vitamin A umwandelt, und diese Umwandlung erfolgt nach Bedarf – ein Grund, warum Carotinoide aus Lebensmitteln sich anders verhalten als ein hoch dosiertes Präparat. Da der beste Weg, Beta-Carotin in den Körper zu bringen, damit es aufgenommen und umgewandelt werden kann, eine nährstoffreiche Ernährung ist, ist ein dunkles Blattgrün wie Moringa neben Karotten, Süßkartoffeln, Spinat und Grünkohl eine sinnvolle Ergänzung im Speiseplan.
Wie viel Lutein und Zeaxanthin enthält Moringa?
Moringapulver ist reich an Lutein und Zeaxanthin, den beiden Carotinoiden, die sich im Auge ansammeln – konkret in der Linse, der Netzhaut und der Makula. Sie geben der Makula ihre gelbe Farbe und absorbieren blaues Licht, bevor es die dahinterliegenden lichtempfindlichen Zellen erreicht. Die Aufnahme beider wurde im Zusammenhang mit dem Sehen bei schwachem Licht und bei Blendung untersucht, und diese Arbeit ist im Gange und nicht abgeschlossen; eine allgemein verständliche Übersicht über den Stand der Forschung ist ein besserer Ausgangspunkt als jedes einzelne Schlagzeilenergebnis.
Die Zahlen sind der nützliche Teil. Moringablätter enthalten etwa 36 mg Lutein und 5,5 mg Zeaxanthin pro 100 g, und die häufig genannten Aufnahmewerte liegen bei 10 mg pro Tag für Lutein und 2 mg pro Tag für Zeaxanthin. Ein Teelöffel Pulver entspricht ungefähr 2 g, Moringa liefert also einen Beitrag zu dieser Tagesmenge und nicht die gesamte Menge – und so lässt sich über jedes einzelne Lebensmittel ehrlich denken. Essen Sie es als Teil einer abwechslungsreichen Ernährung neben anderen dunklen Blattgemüsen, lesen Sie sich breiter ein, wenn Sie neugierig sind (hier ist eine solche Übersicht), und wenn sich Ihr Sehvermögen wirklich verändert hat, vereinbaren Sie einen Termin zur Augenuntersuchung, statt zu einem Nahrungsergänzungsmittel zu greifen.
Diese Aussagen wurden nicht von der US-amerikanischen Food and Drug Administration bewertet. Diese Produkte sind nicht dazu bestimmt, Krankheiten zu diagnostizieren, zu behandeln, zu heilen oder ihnen vorzubeugen. Obwohl es vielversprechende Forschung gibt, die derzeit Moringa und ähnliche Produkte untersucht, konzentrieren wir uns lieber auf ihre ernährungsphysiologischen Eigenschaften.